Die Katakomben von Paris besichtigen: Infos, Geheimtipps und Bilder!
Der weltberühmte Eiffelturm, der atemberaubend schöne Arc de Triomphe, der gigantische Louvre, die märchenhafte Notre Dame,… Da es in Paris so viele überirdische Sehenswürdigkeiten gibt, vergisst man manchmal eine ganz besondere und unterirdische Attraktion in der französischen Hauptstadt.
Es ist höchste Zeit, eine dunkle Seite der Stadt des Lichts zu beleuchten. Der perfekte Ausflug für ein gruseliges Halloween!
Lange Warteschlangen vermeiden?
Die Warteschlangen für die Katakomben von Paris können sehr lang sein (siehe Fotos am Ende des Artikels). Es ist also keine schlechte Idee, Skip-the-Line Tickets zu kaufen. Diese Tickets kann man bei GetYourGuide kaufen. Wenn man Lust auf ein einzigartiges Erlebnis in den Pariser Katakomben hat, kann man auch eine geführte Tour durch die Katakomben buchen. Hier findest du alle Optionen.

Eine kurze Geschichte der Katakomben von Paris
Wir befinden uns in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Französische Revolution hat noch nicht stattgefunden und die Stadt Paris steht vor mehreren Problemen. Eine der größten ist die Überbevölkerung. Nicht nur die noch lebenden Bewohner, sondern auch die, die das irdische Leben bereits verlassen haben, bereiten den Franzosen ziemliche Kopfschmerzen. Wo sollen sie alle begraben werden?
Tatsächlich verbot Ludwig XV. im Jahr 1763 in Paris die Bestattung weiterer Toter in der Erde. Da die allmächtige Kirche gegen die Störung der letzten Ruhestätten der Menschen ein Veto einlegte, blieb allerdings alles beim Alten.
Bis zum Jahr 1780, als sowohl der König als auch die Kirche mit den Fakten konfrontiert wurden…
Der anhaltende Regen lässt eine Mauer um den Friedhof Les Innocents einstürzen und offenbart Tausende von verrottenden Leichen, ein bisschen wie in einer einer Folge von The Walking Dead. Und wenn so etwas passiert, kann man natürlich nicht mehr abstreiten, dass die Stadt ein kleines Problem hat…
Sechs Jahre später wurden die Überreste in ein Tunnelsystem in Paris gebracht. Es dauerte sage und schreibe zwölf Jahre, bis alle Körper umgebettet wurden. Die sechs bis sieben Millionen (!) menschlichen Überreste wurden nachts von den Friedhöfen in die Pariser Katakomben gebracht.
Während der Französischen Revolution gab es viele Opfer, die direkt in den Katakomben von Paris begraben wurden. Einige bekannte Opfer sind Jean-Paul Marrat und Maximilien de Robespierre. Im Jahr 1860 wurde beschlossen, die Bestattung von Menschen in den unterirdischen Gängen von Paris einzustellen.

Mittelalterliche Überreste in den Gängen
Nachdem man sich durch die langen Warteschlangen durchgekämpft hat (oder sich ein Skip-the-Line Ticket gekauft hat), darf man endlich das unterirdische System von Korridoren betreten. Man stellt fest, dass viele Räume mit schönen Säulen, Treppen und sogar einigen Skulpturen geschmückt sind!
Noch bevor die Pariser Katakomben zur Bewahrung der zahlreichen Knochen und Schädeln genutzt wurden, wurden diese Gänge von den Gallorömern und anderen mittelalterlichen Menschen gegraben. Sie benutzten den Kalkstein unter der Stadt, um das oberirdische „Lutetia“ (der ehemalige Name von Paris) Stein für Stein aufzubauen. Der Kalkstein wurde unter anderem auch für den Bau der Notre-Dame, des Louvre und der Stadtmauern verwendet.
Zwei sehr schöne Überreste dieser fleißigen Arbeit sind das „Port-Mahon“ und das Fußbad des Steinmetzers.
Das Port-Mahon kann man am besten als kleine, unterirdische Kunstgalerie bezeichnen.
Diese winzig kleine Festung wurde von einem gewissen Decure aus dem Kalkstein gehauen. Dieser Mann kämpfte wahrscheinlich in der Armee Ludwigs XV. und wurde während seines Militärdienstes in der gleichnamigen Festung von den Engländern gefangen genommen…
Das Fußbad war der Ort, an dem die Steinmetze den Zement mischten. Der grüne Glanz, der aus diesem Wasser emporsteigt, macht diesen Ort noch gruseliger…

Die ersten Besichtigungen der Pariser Katakomben
Was viele Menschen nicht wissen, ist, dass man bereits im Jahr 1787 begann, diese bemerkenswerte Attraktion zu besichtigen. Dies war allerdings den wohlhabenderen Bürgern der Hauptstadt Frankreichs vorbehalten. Ursprünglich wurden die Katakomben von Paris nur einige Male im Jahr für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, und im Jahr 1833 wurde die Besichtigung der Pariser Katakomben unter dem Einfluss der Kirche gar gänzlich verboten.
Zwanzig Jahre später durfte man die Pariser Katakomben viermal im Jahr besichtigen, und unter öffentlichem Druck wurde diese Zahl im Jahr 1867 auf monatliche Besichtigungen der Pariser Katakomben erhöht. Im Jahre 1878 konnte man die Katakomben von Paris wöchentlich besichtigen und später sogar täglich. Heute können die Katakomben von Paris außer montags jeden Tag in der Woche besichtigt werden. Beachte allerdings die oft sehr langen Warteschlangen vor den Pariser Katakomben! Deshalb lohnt es sich, sein Ticket bereits im Voraus online zu buchen.

Bedingungen für die Besichtigung der Katakomben von Paris
Nicht jeder hält diese schaurige Sehenswürdigkeit von Paris aus, und deshalb fasse ich für dich zusammen, welche Bedingungen du erfüllen musst, um eintreten zu dürfen.
- Wer Herz- oder Atembeschwerden hat, sollte sich besser von den Katakomben von Paris fernhalten. Dies gilt auch für sehr nervöse Menschen und kleine Kinder.
- Die Katakomben von Paris sind nicht für Rollstuhlfahrer geeignet.
- Kinder unter 14 Jahren müssen von einem Erwachsenen begleitet werden.

Die Katakomben von Paris mit einer Katakombenführung besichtigen
Die Anzahl der Besucher, die gleichzeitig zu den Katakomben von Paris zugelassen wird, ist auf 200 begrenzt: Wenn man keine wertvolle Zeit in der Warteschlange verschwenden möchte, kann man jederzeit ein Ticket kaufen, mit dem man nicht in der Warteschlange stehen muss. Dafür zahlt man zwar etwas mehr, aber man bekommt auch eine Katakombenführung durch Paris gratis dazu. Diese Tour durch die Katakomben von Paris dauert etwa eineinhalb Stunden und erzählt einem die gesamte Geschichte der Pariser Katakomben und berichtet von einigen lustigen, spannenden und unheimlichen Fakten und Figuren. Darüber hinaus kann der Reiseleiter alle deine Fragen zu den Pariser Katakomben beantworten. Tickets für eine Katakombenführung durch Paris sind hier erhältlich.

Die Katakomben von Paris ohne Tour besichtigen
Natürlich kann man die Katakomben von Paris auch ohne Katakombenführung besichtigen und in seinem eigenen Tempo herumlaufen. Die Gesamtdistanz beträgt etwa eineinhalb Kilometer und dauert in der Regel 45 Minuten bis zu einer Stunde. Man kann nicht wirklich herumlaufen, denn es gibt einen festen Weg, dem man folgen muss und auf dem man mehrere Räume besucht. Für 5 Euro kann man einen Audioführer in Französisch, Englisch, Spanisch und Deutsch buchen.
Tickets für eine Besichtigung der Pariser Katakomben ohne Katakombenführung kann man hier online kaufen.

Wie erreicht man die Katakomben von Paris?
Dieser unterirdische Friedhof ist mit der U-Bahn sehr gut erreichbar. Steig einfach an der Haltestelle Denfert-Rochereau aus, denn der Eingang zu den Katakomben von Paris befindet sich ganz in der Nähe.
Wenn man aussteigt, befindet man sich in einer ganz anderen Gegend als beim Einsteigen, und das kann ziemlich verwirrend sein. Die nächste Metrostation ist Mouton Duvernet. Um diese Haltestelle zu erreichen, biegt man beim Ausgang rechts ab und geht dann geradeaus, bis man die Avenue du General Leclerc erreicht. Dort muss man nach rechts gehen und weiterlaufen, bis man die Metrostation sieht.
Öffnungszeiten der Pariser Katakomben
Diese finstere Attraktion ist von Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 20:30 Uhr geöffnet. Der letzte Eintritt ist um 19:30 Uhr.
Die Katakomben von Paris sind montags und an einigen Feiertagen geschlossen.

Tickets für die Katakomben von Paris
Da hier vor kurzem zwei Filme gedreht wurden, wird diese Attraktion von Tag zu Tag beliebter. Ich empfehle daher dringend, die Tickets bereits im Vorfeld online zu buchen. Wenn man dies nicht tut, kann die Wartezeit bis zum Einlass in die Pariser Katakomben bis zu zwei Stunden betragen. Vergiss nicht, dass die Tickets begrenzt sind und dass dieser Umstand die Wartezeit zusätzlich erhöht…
Erwachsene zahlen 13 bis 36 Euro, Jugendliche zwischen 18 und 26 Jahren und Lehrer nur 11 Euro. Kinder bis zum Alter von 17 Jahren haben freien Eintritt zu den Pariser Katakomben.
Schau dir auf jeden Fall auch diese Katakombenführungen und ungeführten Touren durch die Katakomben von Paris an:
» Alle Touren und Ausflüge in Paris
Tipps für die Besichtigung der Pariser Katakomben
- Am Morgen ist es nicht so überfüllt, obwohl dies natürlich relativ ist. Mit einem Vorzugsticket bekommt man eine bestimmte Zeit zugewiesen, zu der man direkt in die Pariser Katakomben eingelassen wird.
- Die Durchschnittstemperatur der Pariser Katakomben beträgt 14 Grad, daher ist es ratsam, warme Kleidung zu tragen.
- Man wandert etwa 1,5 Kilometer in den Tunneln und steigt 130 Stufen hinunter und 83 Stufen wieder hinauf. Zieh dir also bequeme Schuhe an. Manchmal ist es auch staubig und feucht, weswegen man am besten nicht seine besten Schuhe anzieht.
- Es gibt keine Garderobe in den Pariser Katakomben, also nimm nur das Nötigste mit.
- Für die meisten Leute ist das selbstverständlich, aber natürlich darf man die Knochen in den Katakomben von Paris nicht berühren. Ebenfalls ist es nicht erlaubt, sie mitzunehmen (übrigens werden die Rucksäcke kontrolliert, wenn man die Katakomben von Paris verlässt).

Zehn interessante Fakten über die Katakomben von Paris
- Insgesamt wurden in den Katakomben von Paris bereits zwei Filme aufgenommen und es ist kein Wunder, dass es sich aufgrund der unheimlichen Kulisse um zwei Horrorfilme handelt. In einem Film mit dem wenig originellen Namen Catacombs spielt sogar die berühmte Sängerin Pink mit.
- Die Katakomben von Paris bestehen aus mehr als 300 Kilometern Tunneln!
- Während des 19. Jahrhunderts lebten die Menschen sogar in diesen unterirdischen Gängen.
- Die ältesten in den Pariser Katakomben begrabenen Leichen stammen aus der merowingischen Zeit vor mehr als 1200 Jahren.
- Während des Zweiten Weltkriegs wurden diese Tunnel von Mitgliedern des französischen Widerstands genutzt.
- Im Jahr 2004 fand die Polizei in einer der Höhlen ein Filmtheater. Es war mit einer riesigen Leinwand, zahlreichen Sitzplätzen, Projektionsgeräten, einer Reihe von Thrillern und Horrorfilmen sowie einer Bar und sogar einem Restaurant mit Tischen und Stühlen ausgestattet. Man weiß bis heute nicht, wer sich dafür verantwortlich zeichnete.
- Im Jahr 2015 bezahlte Airbnb 350.000 Euro für einen Werbegag, der es den Kunden ermöglichte, in den Katakomben von Paris zu übernachten.
- Im Juni 2017 verirrten sich zwei junge Menschen in den Pariser Katakomben. Erst nach drei Tagen wurden sie mit schweren Unterkühlungen wiedergefunden. In den Pariser Katakomben sollte man also nicht vom Weg abkommen!
- Beim Eintritt in die Pariser Katakomben schreitet man durch eine Tür mit der Aufschrift: „Arrête, c’est ici l’empire de la mort!„. (Stop, das ist das Reich des Todes!)
- Obwohl behauptet wird, dass es in den Pariser Katakomben spukt (sieh dir dazu Videos auf YouTube an), wurden (noch) keine Beweise dafür gefunden. Deshalb muss man auch keine Angst vor herumirrenden Skeletten haben.
Hat dich die Lust gepackt und du willst mehr von diesem finsteren Ort sehen? Dann schreib auf jeden Fall auch die Katakomben von Palermo, die Knochenkirche von Sedlec und die Knochenkapelle von Évora (Portugal) auf deine Bucketliste.

Städtereise nach Paris
Wenn man nicht unter Nekrophilie leidet, kommt man natürlich nicht nur wegen der paar Millionen Skelette in die Stadt der Liebe. Es gibt dort noch viel mehr zu entdecken und zu sehen!
Ein Wochenende oder während der Woche nach Paris? Für diese schöne Stadt gibt es viele Angebote:






